Die Rettung der uns bekannten Welt

Filmrezension über den Film "Die Rettung der uns bekannten Welt" mit Til Schweiger.

Seit dem Tod seiner Frau vor einigen Jahren, ist Hardy (Til Schweiger) alleinerziehender Vater dreier Kinder.  Sein 18-jähriger Sohn Paul (Emilio Sakraya), lebt sehr in den Extremen und handelt sich dafür immer wieder Ärger ein.

Die Situation spitzt sich zu, als er eigentlich auf seine zwei kleinen Geschwister aufpassen sollte und diese alleine lässt. Hardy weiß nicht mehr weiter, er fühlt sich den Launen seines Sohnes hilflos ausgeliefert. Nachdem Paul schließlich probiert, sich das Leben zu nehmen, ist für alle klar: Er braucht professionelle Hilfe. So landet er in einem psychiatrischen Therapiezentrum für Jugendliche.

Dort erhält er eine Diagnose: bipolare Störung

Es folgt eine Zeit großer Höhen und Tiefen, bei der Paul und seine Familie langsam lernen müssen, was es heißt, mit einer bipolaren Störung zu leben und umzugehen.

Grundsätzlich ist es erfreulich, dass das Krankheitsbild „bipolare Störung“ mehr Aufmerksamkeit der Öffentlichkeit bekommt, immerhin sind alleine in der EU etwa drei Millionen Menschen davon betroffen. Als langjährige Angehörige einer bipolar erkrankten Person war ich positiv davon überrascht, wie gut einzelne Facetten des Krankheitsbilds vermittelt werden und auch die Erklärung der Diagnose in der psychiatrischen Klinik war sehr angebracht. Nichtsdestotrotz merkt man aber natürlich, dass es sich um einen Blockbuster handelt. Die anderen Krankheitsbilder der betroffenen Jugendlichen in der Klinik waren beispielsweise oft sehr überzeichnet dargestellt. Zudem ist es ein wenig besorgniserregend, dass der Vater Hardy am Ende des Films seinen Vollzeitjob aufgibt um seinem Sohn zu helfen. Das vermittelt, dass etwas in die Richtung notwendig ist, und von Angehörigen verlangt wird. 

Der Film ist grundsätzlich unterhaltsam und es kann wahrscheinlich besonders für langjährig erfahrene Angehörige und Betroffene beim Schauen sehr schön sein, sich in der ein oder anderen Szene wiederzufinden. Befindet sich der/die Zuschauer*in aber gerade in einer Situation, in der er oder sie sich erst orientiert und lernt, was die Thematik für einen Selbst genau bedeutet, kann der Film doch vereinzelt triggern. Er sollte nicht als eigene Orientierung oder Maßstab betrachtet werden.

 

Ariane Hötzer, Angehörige

 

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