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27. November 2015 - Tirol

Selbsthilfegruppen entscheiden mit

Partizipation und angewandte Repräsentation von Selbsthilfegruppen

An der Fortbildungsreihe PARS, organisiert vom Selbsthilfe-Dachverband-Tirol gemeinsam mit dem MCI, gefördert vom Fonds Gesundes Österreich (FGÖ), beteiligten sich 25 Mitglieder aus 15 Selbsthilfegruppen und –vereinen Tirols.

Im März 2015 befasste sich eine Einführungsveranstaltung grundsätzlich mit Möglichkeiten und Erfahrungen partizipativer Entscheidungsfindung. Als Bedingungen für ein Gelingen des PARS-Projektes wurden eine intrinsische Motivation der Selbsthilfegruppen und –vereine sowie eine mobilisierende und vernetzende Rolle des Dachverbandes festgestellt.

Partizipation und angewandte Repräsentation von Selbsthilfegruppen und -vereinen (= PARS) wurde in 7 jeweils dreistündigen Modulen mit thematischen Schwerpunkten systematisch betrachtet, diskutiert und in der Begegnung mit jeweils einer relevanten Person aus dem österreichischen Gesundheitswesen, kompetenten Repräsentanten der Ärzteschaft, Forschung, Sozialversicherungen, Ethikkommissionen, Verwaltung, des Krankenhausmanagements und der Patientenanwaltschaft erprobt. Die Modertion übernahmen jeweils Mag. Julia Fischer (MCI) und Dr. Siegfried Walch (MCI).

Kulturveränderung bei der Entscheidungsfindung

Bei der Entscheidungsfindung im österreichischen Gesundheitswesen gibt es unterschiedlichste Interessen. Als nicht ideal wird gewöhnlich die Einbindung von Patient/innen in Entscheidungsprozesse angesehen. Es gibt aber eine „Kulturveränderung“ mit hohem Anspruch an die Bürger/innen. Im Rahmen der Selbsthilfebewegung erfolgt ein Einstieg in Repräsentation, Dialog, Mitentscheidung, Mitverantwortung und Kommunikation. Repräsentanten der Selbsthilfe streben alternative Entscheidungsfindung an, warten nicht, bis sie als Stakeholder erkannt und akzeptiert werden. Sie nehmen das selbst in die Hand und präsentieren ihre Bereitschaft zur Partizipation, zu individueller bzw. kollektiver Teilhabe an Entscheidungs- und Entwicklungsprozessen, von denen sie selbst betroffen sind. Legitimierte und repräsentative Ansprechpersonen suchen Teilhabe an Information, Beratung, Mitentscheidung. Es wird also künftig immer mehr um eine gemeinsame Perspektive von Profis und Betroffenen gehen.

Sachlichen Input gaben während des gesamten Fortbildungsprojektes Mag. Julia Fischer und Dr. Siegfried Walch (beide MCI) und bei jedem Modul hochkarätige Experten aus dem jeweiligen Teilbereich des Gesundheitswesens: Dr. Arthur Wechselberger (ÄK), Dr. Kurt Kofler (CEMIT), Dr. Arno Melitopulos (TGKK), Mag. David Bachler (EK), Dr. Johannes Schöch (Amt der Tiroler Landesregierung), Dr. Alexandra Kofler (LKH Universitätskliniken Innsbruck), Mag. Birger Rudisch (PA), bei der Einführungsveranstaltung Mag. Anna Lena Virgolini (MCI) und bei der Abschlussveranstaltung Dr. Ursula M. Costa.

Postives Resümee nach Abschluss

Bei der Abschlussveranstaltung am 23. November zogen die Teilnehmenden ein sehr positives Resümee. Schließlich konnte den teilnehmenden Gruppen und Vereinen von Frau Maria Grander (Vorsitzende der Selbsthilfe-Tirol) und Dr. Siegfried Walch (MCI) ein Zertifikat überreicht und eine Fortsetzung des Projektes angekündigt werden.

Mag. Norbert Erlacher
HPE Tirol

 

 

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