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Soziale Absicherung bei psychischer Erkrankung

Es besteht ein enger Zusammenhang zwischen körperlichem, seelischem und sozialem Wohlbefinden. Armut, existenzielle Ängste oder die finanzielle Abhängigkeit von der Familie können krankmachend bzw. krankheitserhaltend sein und schränken die individuellen Verwirklichungsmöglichkeiten beträchtlich ein.
Die Basis jedes Sozialstaates ist ein garantierter Zugang zu Rechten und Möglichkeiten finanzieller Absicherung. Soziale Leistungen sind keine Almosen, sondern Rechtsansprüche für jene Menschen, welche die Zugangsvoraussetzungen dafür erfüllen.

Auflistung verschiedener finanzieller Leistungen

Im Folgenden finden Sie eine Auflistung verschiedener finanzieller Leistungen, die Menschen mit psychischen Erkrankungen* beziehen können. Details zu den jeweiligen Voraussetzungen und den Antragswegen finden Sie in diesem pdf (Abschnitt aus der HPE Broschüre Wissens-Wert): pdf soziale Absicherung

  • Krankenversicherung: Alle Dienstnehmer, deren Einkommen die Geringfügigkeitsgrenze übersteigt, sind pflichtversichert.
  • Mitversicherung mit den Eltern: Unter bestimmten Voraussetzungen und auf Antrag bei der Krankenkasse ist eine Mitversicherung bei den Eltern für psychisch kranke Menschen auch im Erwachsenenalter (auch zeitlich unbegrenzt) möglich (§ 123 ASVG).
    pdf des ASVG auf der Rechtsdatenbank des Bundeskanzleramtes.
    Hinweis zu den Sozialversicherungsträgern auf der Website der österreichischen Sozialversicherung.
  • Krankengeld: Das Krankengeld hat die Funktion den Verdienstausfall aufgrund der Arbeitsunfähigkeit während der Zeit der Erkrankung teilweise zu ersetzen.
    Nähere Informationen zum Krankengeld auf der Website help.gv.at
  • Arbeitslosengeld: Hat ein unselbstständig Erwerbstätiger oder freier Dienstnehmer ausreichend Versicherungsmonate, so hat er im Falle der Arbeitslosigkeit Anspruch auf Arbeitslosengeld. Der Antrag ist beim AMS (Arbeitsmarktservice) zu stellen.
    Website des AMS Arbeitsmarktservice Österreich
  • Notstandshilfe: Ist die Bezugsdauer des Arbeitslosengeldes erschöpft, kann beim AMS Notstandshilfe beantragt werden.
    Website des AMS Arbeitsmarktservice Österreich
  • Rehabilitationsgeld: Ist ein Mensch aufgrund seiner Erkrankung im Moment nicht arbeitsfähig, hat aber ausreichend Pensionsversicherungszeiten, kann er Rehabilitationsgeld beziehen. Dieses ist verbunden mit einer Verpflichtung zur medizinischen Rehabilitation.
    Nähere Informationen zum Rehabilitationsgeld auf der Website help.gv.at
  • Waisenpension: Die Waisenpension ist eine Leistung, die den hinterbliebenen Kindern nach dem Tod eines versicherten Elternteiles eine soziale Absicherung garantiert. Für psychisch kranke Menschen ist es unter bestimmten Voraussetzungen möglich, die Waisenpension auch im Erwachsenenalter zu beziehen.
    pdf Waisenpension auf der Website der Pensionsversicherungsanstalt.
  • Erhöhte Familienbeihilfe: Den Erhöhungsbeitrag zur Familienbeihilfe erhalten Eltern, deren Kind in jungen Jahren erkrankt ist und daher erwerbsunfähig geblieben ist. Der Antrag ist beim jeweiligen Finanzamt zu stellen.
    Nähere Informationen zur erhöhten Familienbeihilfe auf der Website von help.gv.at
  • Bedarfsorientierte Mindestsicherung: Menschen, die aus eigenen Mitteln ihren Lebensunterhalt nicht mehr bestreiten können, können bei der Sozialabteilung der zuständigen Bezirkshauptmannschaft bzw. dem Magistrat einen Antrag auf Mindestsicherung (früher: Sozialhilfe) stellen.
    Nähere Informationen zur bedarfsorientiertn Mindestsicherung auf der Website von help.gv.at
  • Ausgleichszulage: Wenn die Summe der Pension, einem sonstigen Nettoeinkommens und allfälligen Unterhaltsansprüchen unter dem Ausgleichszulagenrichtsatz liegt, kann bei der zuständigen Pensionsversicherungsanstalt die Ausgleichszulage beantragt werden.
    Nähere Informationen zur Ausgleichszulage auf der Webiste von help.gv.at
  • Rezeptgebührenbefreiung: Menschen mit Einkommen unter dem Ausgleichszulagenrichtsatz bzw. Menschen, die aufgrund ihrer Erkrankung überdurchschnittliche Ausgaben für Medikamente haben, können bei der Krankenkasse eine Rezeptgebührenbefreiung beantragen.
    Nähere Informationen zur Rezeptgebührenbefreiung auf der Website von help.gv.at
  • Befreiung von Rundfunkgebühr und Zuschuss zum Fernsprechentgelt: Ist für bestimmte Personengruppen auf Antrag möglich.
  • Pflegegeld: Das Pflegegeld ist ein pauschalierter Beitrag zur Abgeltung des pflegebedingten Mehraufwandes. Es ist an den geschätzten Pflege- bzw Unterstützungsbedarf pro Monat gebunden und wird von der Pensionsversicherungsanstalt bzw. der Sozialabteilung der Bezirkshauptmannschaft ausgezahlt.
    Nähere Informationen zum Pflegegeld auf der Website von help.gv.at
  • Vollmacht: Familienmitglieder oder Freunde können sich von den erkrankten Personen mit einer Vollmacht ausstatten lassen, um Behördenwege für sie zu erledigen.
  • Sachwalterschaft: Wenn ein Mensch aufgrund seiner Erkrankung nicht mehr fähig ist, seine Geschäfte ohne Nachteil für sich wahrzunehmen, kann für bestimmte Bereiche und nach Prüfung durch einen Gutachter eine Sachwalterschaft ausgesprochen werden.
    Nähere Informationen zur Sachwalterschaft auf der Website von help.gv.at oder auf der Website vom VertretungsNetz


*  Bei psychischen Erkrankungen sprechen wir beispielsweise von Erkrankungen aus dem schizophrenen Formenkreis wie Schizophrenie oder Psychosen handeln, von Depressionen, von manisch depressive Erkrankungen, von Persönlichkeitsstörungen wie Borderline Störungen, von Angst- oder Zwangserkrankungen oder auch von einer Suchterkrankung.
Burnout stellt zwar keine eigene Diagnose dar, aber die schweren Erschöpfungszustände die zum Begriff Burnout zusammengefasst werden können, zählen auch zu den psychischen Erkrankungen.

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