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Selbsthilfegruppen bei HPE

Hier schildert eine Praktikantin, die Soziale Arbeit studierte und bei vielen Selbsthilfegruppen der HPE zu Gast war ihre Eindrücke:

Das anfangs etwas mulmige Gefühl – gespeist durch zahlreiche Spielfilme über Begegnungen in Selbsthilfegruppen mit Szenen wie „Hallo, mein Name ist Ralf und ich habe ein Problem“- verfliegt in wenigen Minuten.

Personen im Gespräch

Eine freundliche und einladende Atmosphäre

Freundliche Gesichter, eine fröhliche Stimmung, volle Krüge mit kaltem erfrischendem Wasser und sogar ein Obstkorb begrüßen in den Räumlichkeiten der HPE Wien. Einige der Anwesenden scheinen sich bereits länger zu kennen, andere sind zum ersten Mal dabei und werden freundlich in Empfang genommen.

Kurz nach 18 Uhr sind die heutigen GruppenteilnehmerInnen vollzählig und die Gruppenleitung beginnt mit einer Vorstellungsrunde. Im Zuge dieser Runde stellt sich schnell heraus, dass heute eine Praktikantin in den Reihen sitzt. Neugierig wird gefragt, was sie dazu bewegt hat dabei zu sein, als störend empfindet ihre Anwesenheit niemand.

Nach einer kurzen Einstiegsrunde beginnt der Erfahrungsaustausch unter den TeilnehmerInnen. Vor allem ErstbesucherInnen der Gruppe wird viel Zeit eingeräumt, um die derzeitige Situation mit ihren Angehörigen zu schildern und ein paar Anregungen und Ermutigungen einzuholen. Mitgefühl und Empathie werden hier groß geschrieben.


Eine positive und bestärkende Stimmung in der Gruppe

Trotz der oftmals schwierigen, ja sogar teilweise dramatischen Erlebnisgeschichten schwindet die positive und bestärkende Stimmung der Gruppe nicht. Miteinander werden Strategien besprochen, Erfahrungen ausgetauscht und neue Blickwinkel eröffnet. Es kommt schon einmal vor, mit sehr emotionalen und auch mit Frustration und Enttäuschung geladenen Geschichten konfrontiert zu sein, doch die Anwesenden können mit Bewältigungsstrategien und Lösungsansätzen oder auch nur Mut-Zusprüchen einfühlend aus ihren eigenen Erfahrungen heraus reagieren.

Die Möglichkeit, sich in einer Gruppe von Menschen, welche Ähnliches erleben, auszutauschen, das Herz auszuschütten, eröffnet scheinbar die Chance, sich in diesen zwei Stunden einmal nicht anders zu fühlen als im Kreise der Bekannten, Arbeitskollegen und Freunden. Einmal nicht so tun zu müssen, als wäre alles in bester Ordnung, als würde man mit allem immer gut zu recht kommen. Hier wird man verstanden, hier KANN man verstanden werden.


Neue Kraft und Unterstützung durch die Gruppe

Die Atmosphäre in der Gruppe stärkt auch mich, da ich kraftvollen Menschen gegenüber stehe, welche mit Situationen zu kämpfen haben, die ich mir kaum vorstellen kann. Ich bewundere die Ausdauer, die Liebe und die Hoffnung, die hier ausgestrahlt wird. Ich bin überrascht von den vielen fröhlichen Gesichtern, habe ich mir eine Selbsthilfegruppe doch immer eher düster und betrübt vorgestellt. Doch hier blüht das Leben, und die Kraft und Unterstützung die hier zusammen aufgebaut wird, ist wahrlich ansteckend. Ich wünsche den vielen Gruppen der HPE eine weiterhin so stärkende und positive Wirkung für die Zukunft, denn „darüber reden zu können“ ist hilfreicher als so manche/r denken mag.

Sabine Z.

 

Foto: kuzmichstudio/ Fotolia.com;