Verrückte Welt. Wie sich Schizophrenie anfühlt

Lisa Kainzbauer, Brigitte Maresch

Die beiden Autor*innen Lisa und Brigitte sind von Schizophrenie betroffen, die eine als Tochter einer Mutter mit dieser Diagnose, die andere mit Eigenerfahrung von psychischer Erkrankung.

Beide Autor*innen sind aber auch Experter*innen und als solche gestalten Sie das Buch gemeinsam mit anderen Expert*innen, die wiederum auch Betroffene sind, denn, so im Vorwort:

„Expert*innen sind Menschen, die über ein besonderes Wissen zu einem bestimmten Thema verfügen. Das können nicht nur Fachkräfte wie Psychiater*innen oder Sozialarbeiter*innen sein, sondern auch Menschen mit einer Erkrankung oder deren Angehörige, die durch ihre persönliche Erfahrung eine einzigartige Perspektive haben und somit auch über ein besonders Wissen verfügen.“ (S. 10).

Der schöne über 200 Seiten starke Band ist insofern besonders und einzigartig, weil er die wichtigen Themen rund um schizophrene Erkrankungen aus der subjektiven Perspektive von Frauen und Männern behandelt, die entweder Angehörige, selbst von der Erkrankung Betroffene oder psychiatrisch Tätige sind. So werden die einzelnen Kapitel zur Wahrnehmung, Diagnose, Ursprünge, Medikamente, Betreuung, Alltag, Umfeld und Vorurteile zu einem bunten Potpourri von Meinungen und Erfahrungen, aus denen sich jede/r Lesende das herauspicken kann, was ihn/sie gerade anspricht. Bebilderung und Grafik sind ebenso stark wie der Umfang des Buches, teils skurril, witzig, aber auch bedrohlich und beängstigend.

Das Buch hält was es verspricht: Die Erkrankung Schizophrenie wird durch die Texte und die Bilder spürbarer und vielleicht auch für manche Lesenden verständlicher.

Titel: Verrückte Welt. Wie sich Schizophrenie anfühlt
Autor*innen: Lisa Kainzbauer, Brigitte Maresch
Verlag: Facultas Verlag 2021