Vreni Shizzo - Wie die Schizophrenie siegt und wie sie scheitert

Institut für systemische Therapie, Wien

Stellen Sie sich vor, Sie hätten „die Schizophrenie“ vor dem Mikro und könnten sie alles fragen, was Sie von ihr wissen möchten… Dieses Szenario hat das Wiener Institut für systemische Therapie in Szene gesetzt: Vreni Shizzo (die personalisierte Schizophrenie) wird als Handpuppe zum Leben erweckt und von einem Psychotherapeuten zu ihren Stärken, Strategien und Schwächen befragt. Zu sehen ist dies auf der DVD „Vreni Shizzo. Wie die Schizophrenie siegt und wie sie scheitert“.

Vreni Shizzo ist eine etwas skurril anmutende Frau, mit bravem Kleid und Perlenkette, darüber ein wilder blau-gefärbter Haarschopf. „Ich bin gekommen, um meine Macht zu zeigen“, sagt sie gleich zu Beginn dem Psychotherapeuten, der sie zu ihren Stärken und Schwächen befragt.

Ich bin gekommen, um meine Macht zu zeigen

Vreni Schizzo beschreibt ihre Strategien, über den Einzelnen und dessen gesamte Umgebung Macht zu erlangen. Am wichtigsten sind ihr Widersprüchlichkeit und Mehrdeutigkeit. So bindet sie ihre „FreundInnen“ an sich. „Mal ehrlich, wer von euch lebt denn schon so intensiv!?“ versucht sie zu beeindrucken. Die Umgebung kann ihre Macht durchaus noch stärken: Nämlich indem die positiven Fähigkeiten des Erkrankten nicht gesehen werden, durch Hospitalisierung und durch alle vorgefassten Meinungen darüber, was denn nun „normal“ sei und was nicht.

Normales Leben gefällt mir nicht

Vreni Shizzo wehrt sich, muss dann aber doch zugeben: Es gibt manches, was stärker ist als sie: manche Medikamente, stabile Beziehungen, die gesunden Seiten des Menschen. „Und was müssen die Menschen in deiner Umgebung tun, damit du in die Defensive gerätst?“ fragt der Therapeut. Vreni schluckt: Wenn die Entscheidung zu Rückzug einerseits akzeptiert wird, man aber trotzdem in Kontakt mit dem Erkrankten bleibt, dann schwächt sie das. Wenn man als Angehöriger nicht gekränkt ist, wenn man es schafft, respektvoll, klar und verständnisvoll zu agieren – dann schwindet Vrenis Macht. „Normales Leben gefällt mir nicht!“ wehrt sie sich gegen die Fragen des Therapeuten, die sie immer mehr in die Defensive drängen. Vreni wird mal leise, mal wütend. Sie fasziniert und beängstigt gleichzeitig.

Mag. Birgit Dorninger - Bergner

Autorin: Institut für systemische Therapie, Wien
Verlag: Carl Auer Verlag


Die DVD kann direkt beim Institut für systemische Therapie Wien bezogen werden.