Sei nicht so hart zu Dir selbst

Andreas Knuf

„Wenn ich es gut mir meine, was würde ich jetzt tun?“

Mantraartig wiederholt sich dieser Satz in diesem Buch und löst je nach eigener Befindlichkeit die unterschiedlichsten Gefühle aus:

  • Mal tut es unendlich wohl, dass uns jemand diesen Satz zuruft, uns die Erlaubnis gibt, es uns gut gehen zu lassen,
  • mal macht es wütend, wieder daran erinnert zu werden, dass wir selbst etwas tun müssen, damit es uns gut geht,
  • mal löst es Widerstand aus, weil wir es eben gerade gar nicht gut mit uns meinen und uns daher auch nicht gut fühlen dürfen.

Auf jeden Fall ist dieser Satz die wohl größte emotionale Herausforderung dieses Buches und vielleicht einer der wichtigsten Sätze, die uns zur eingehenden Selbstbeobachtung anregen!

Andreas Knuf ist aber ein hervorragender Psychologe und Autor. Und es finden sich in diesem Buch noch viele andere gute Sätze. Und jeder, der überkritisch und wenig liebevoll mit sich umgeht, jeder, der von seinen inneren Dauer-Nörglern und Sollte-Tyrannen gejagt wird, ist im Club der inneren Kritiker, an die sich dieses Buch vor allem richtet, herzlich willkommen. Als drei der kräftigsten inneren Quälgeister der Dauernörgler erwähnt der Autor den Kritiker, den Antreiber und den Rechtmacher.

Dabei gibt es so viel in unserem Leben, das wir nicht beeinflussen können, unsere physiologischen Prozesse zuallererst, aber auch unsere Gefühle laufen oft „automatisch“ ab, so auch viele unserer Gedanken und die Ereignisse, die uns passieren. Und trotzdem neigen wir dazu, uns für vieles schuldig zu fühlen und zu verurteilen für Dinge, die wir letztlich in vielen Fällen gar nicht bestimmten konnten.

„Sei nicht so hart zu Dir selbst.“ ist sowohl ein Lese- als auch ein Arbeitsbuch, das uns mit Übungen anregt, inne zu halten und über bestimmte Dinge nachzudenken.

Titel: Sei nicht so hart zu Dir selbst. Selbstmitgefühl in guten und miesen Zeiten'
Autor: Andreas Knuf
Verlag: Kösel Verlag, München 2016
Rezension: Daniela Schreyer