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Soziale Absicherung gegen Armut


Problemstellung

Psychisch erkrankte Menschen können häufig nicht für ihren (ggf. auch ihrer Familien) Lebensunterhalt sorgen- Armut und sogar Obdachlosigkeit sind drohende Begleiter.

Umgekehrt kann Armut mit Existenzängsten oder sozialer Ausgrenzung einhergehen und das Entstehen oder Verstärken einer psychischen Erkrankung begünstigen. In Österreich leben zwei von drei chronisch psychisch kranken Menschen unter der Armutsgrenze.


Armut und psychische Erkrankungen sind noch immer mit einem großen Stigma behaftet. Personen, die sowohl psychisch krank als auch von Armut betroffen sind, erleben daher eine doppelte Belastung. Insbesondere in Krisensituationen ist es Erkrankten oft unmöglich, selbst soziale Unterstützung zu organisieren.


Angehörige erleben als zentrale Bezugspersonen diese Probleme hautnah mit, sind von Sorgen und Zukunftsängsten um die Betroffenen schwer belastet und durch finanzielle, pflegerische und emotionale Belastungen nicht selten selbst krankheitsgefährdet.


Umfassende Information über Möglichkeiten der Unterstützung sind nur sehr mühsam zu bekommen. Auf dem Weg zur Geltendmachung von Leistungen treten häufig Hindernisse auf, zumal Gesetze und Verordnungen im Zusammenhang mit Unterstützungsleistungen die Möglichkeiten und Bedürfnisse psychisch Erkrankter oft nicht ausreichend berücksichtigen.

Zielsetzungen bzw. Forderungen

 

  • Offene Kommunikation, Bewusstseinsbildung und Entstigmatisierung: Armut und psychische Erkrankung können jede/n treffen - es ist gut ,sich früh Hilfe und Entlastung zu suchen.
  • Bekämpfung von Armut als gesellschaftliche und politische Priorität: über alle Politikbereiche hinweg mit der Festlegung eindeutiger Leadership
  • Förderung der sozialen Inklusion und Teilhabe am sozialen Leben
  • Grundsicherung für ALLE: „Arbeit, von der man leben kann“ bzw. Absicherung, wenn man aufgrund der Erkrankung nicht arbeiten kann
  • Abbau der Zugangs-Barrieren zu medizinischer / therapeutischer Versorgung (Zugang zu kostenloser Psychotherapie, Ausbau von Therapie- und Beratungseinrichtungen, verbesserter Zugang zu REHA-Maßnahmen) und verbesserte Verlinkung und Zusammenarbeit von Arzt, Therapeut und Sozialarbeit
  • Rechtlich gesicherter Anspruch auf Begleitung / Assistenz bei der Geltendmachung / Inanspruchnahme von Sozial- und Gesundheitsleistungen (auch bei nicht krankheitseinsichtigen Personen)
  • Öffnung des Arbeitsmarktes für psychisch Erkrankte: Berücksichtigung der Bedürfnisse von Personen mit psychischen Erkrankungen in der Arbeitswelt und Wertschätzung für ihren Beitrag zur Gesellschaft. Neuorientierung: weg vom der-zeitigen Fokus der Arbeitswelt (Reduktion auf Leistung, Effizienz) hin zu einer menschlichen und fair entlohnten Arbeit. Druck, Zwang und Sanktionen machen Angst und krank
  • Prävention von Chronifizierung und Obdachlosigkeit durch Früherkennung und frühe, niederschwellige bzw. „unbürokratische“ und aufsuchende Intervention - besonders bei Krisen.
  • Rechtshilfe und Anwaltschaft: Gleicher Zugang zum Recht für alle - egal ob krank oder gesund / arm oder reich: Unterstützung (bzw. Vertretung) von Betroffenen bei (Sozial-)Versicherungen, AMS und Sozialamt. Rechtsberatung, Rechtshilfe und Rechtsdurchsetzung
  • Valide Bewertungsinstrumente (I-Pension, Pflegegeld), die psychische Erkrankungen entsprechend berücksichtigen
  • Daten zur Armut psychisch Erkrankter und die daraus resultierenden Auswirkungen erheben und/oder bestehende Daten zusammenführen und auswerten
  • Vermeidung von "Ämter-Barrieren": in Ämtern arbeitende Personen für das Thema psychische Erkrankungen sensibilisieren, und im Hinblick auf Kommunikation schulen (damit Krankheitssymptome wie z.B. Antrieblosigkeit bei Depression nicht zum Verlust von Ansprüchen wegen 'fehlender Mitwirkung' führen)

 

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