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Behandlungsbereitschaft

 

Problemstellung

Viele Angehörige sorgen sich um Menschen, die psychisch erkrankt und dadurch in ihrer Lebensführung eingeschränkt sind, aber Hilfe und Therapieangebote ablehnen. Angehörige versuchen zu helfen (Begleitung, Betreuung, Finanzielles) und Kontakt zu Hilfseinrichtungen herzustellen, werden in ihren Bemühungen aber meist alleine gelassen.

Bestehende psychosoziale Angebote setzen hohe Motivation und Bereitschaft des Betroffenen voraus, sich in institutionell vorgegebene Strukturen einzufügen. Diese Bereitschaft ist aber oft krankheitsbedingt nicht gegeben (dies ist eher ein „Nicht-Können“ als ein „Nicht-Wollen“).

Viele der derzeitigen Angebote sind für psychisch erkrankte Menschen nicht im Sinne der UN-Konvention barrierefrei, da sie diese auf Grund ihrer Behinderung nicht entsprechend nutzen können! Meist folgen negative soziale und finanzielle Konsequenzen und oft eine Chronifizierung der Erkrankung.
Hilfe setzt erst bei akuter Gefährdung (UbG) ein, aber auch dann oft völlig inadäquat und ungenügend (neue Traumatisierungen). Dies verstärkt und verlängert das Leiden der psychisch erkrankten Menschen, führt zu einer enormen psychischen, physischen und finanziellen Belastung der Familien und erzeugt großen volkswirtschaftlichen Schaden.

 

Zielsetzung bzw. Forderungen

 

  • Hilfe für psychisch schwer erkrankte Menschen muss sich an deren Bedarf und jeweiligen Möglichkeiten orientieren. Dafür ist es nötig, aktiv Kontakt zum Patienten und seinem relevanten sozialen System aufzunehmen und nicht zu warten, bis er selbst hilfesuchend in eine Einrichtung kommt. Auch wenn Hilferufe von Familie oder Umgebung des Patienten eintreffen, dürfen diese nicht ignoriert werden.
  • Ziel ist eine Verbesserung der Lebensqualität Erkrankter durch Kontakt, Beziehung, Unterstützung, Therapie (in dieser Reihenfolge!). Patienten sollen nicht durch „Verpflichtung zur Therapie“ abgeschreckt werden. Intervention sollten daher nicht ausschließlich auf die Inanspruchnahme von Therapie fokussiert sein, sondern in erster Linie ein „Helfen beim Aushalten der Erkrankung“ für Patienten und Angehörigen bieten (auch durch niederschwellige Maßnahmen wie z.B. Begleitung).

 

 

Zur Erreichung dieser Ziele

 

  • bedarf es der Unterstützung durch (multi)professionelle Teams und der Entwicklung von Konzepten (nach bio-psycho-soziotherapeutischen Prinzipien), die der Motivation von Erkrankten zur Inanspruchnahme von jeweils geeigneten Unterstützungs-Angeboten bis hin zur Erarbeitung der Behandlungsbereitschaft dienen
  • sollen Angehörige einbezogen werden, da das soziale Umfeld eine wesentliche Ressource zur Befähigung des Betroffenen darstellt. Sollte der Kontakt zu einem Erkrankten vorübergehend nicht möglich sein, sind die Belastungen der Angehörigen bzw. des sozialen Umfelds zu beachten und ist ihnen entsprechende Hilfe und Unterstützung anzubieten.
  • Da Angehörige langfristig eine wichtige Ressource für Betroffene darstellen können, sind auch Bemühungen nötig, um die Beziehung zwischen Angehörigen und Erkrankten zu klären und ggf. vermittelnd bzw. unterstützend zu wirken.

 


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