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30. Oktober 2019 - Niederösterreich

Veranstaltung zum Welttag der seelischen Gesundheit

am 8. Oktober 2019 im Kolpinghaus Baden

 

„Veronika beschließt zu sterben“

Als Vorsitzende der HPE NÖ (Hilfe für Angehörige und Freunde psychisch Erkrankter) will ich mit der Präsentation von Themenfilmen anlässlich des Welttages der seelischen Gesundheit, sowohl auf die HPE aufmerksam machen, als auch ein Zeichen gegen Stigmatisierung psychisch kranker Menschen setzen. So ist es schon Tradition, dass ich um den 10. Oktober zu einem Filmabend einlade.

Mag. Michael HARTMANN, Geschäftsführer von Kolping Baden, begrüßte alle Gäste.
Es freute mich besonders, dass Primar Dr. Martin BAUMGARTNER kurzfristig zusagte zu unserer Veranstaltung zu kommen. Auch Mag.a Antonia Maria LEITNER-DRÖSCHER, Leiterin des psychosozialen Zentrums von Kolping Baden war mit dabei. Siegrid STEFFEN, stellv. Vorsitzende von HPE Österreich, übernahm auch heuer wieder die Moderation des Abends. Ronald SÖLLNER, Obmann des Dachverbandes der NÖ Selbsthilfe, Herbert HEINTZ, ehemaliger Obmann der HSSG NÖ und Beatrix HÖLLER, vom Psychosozialen Gesundheitszentrum Mödling waren auch heuer meiner Einladung gefolgt und ins Kolpinghaus gekommen. Auch Angehörige der SHG Baden und Mödling und viele meiner Vorstandsmitglieder waren unter den Gästen.

So präsentierte HPE NÖ auch 2019 – nun bereits zum siebenten Mal –  einen besonderen Film,  der einen engen Bezug zum diesjährigen Motto des Welttages: „Suizidprävention“ hat.

Bestseller nach Paul Coelho

Der erfolgreiche  Film nach dem 1998 veröffentlichten Bestseller von Paulo Coelho beschäftigt sich sensibel mit der Suche der Protagonistin nach dem Sinn des Lebens und nimmt Menschen aus ihrer Umgebung in einer psychiatrischen Klinik mit auf diese Reise. Der Film hat wider Erwarten und trotz der paradoxen Intervention des Klinikleiters, der Veronika nur noch eine kurze Lebenszeit prognostiziert hatte, ein Happy End.  Sie verliebt sich in einen Mitpatienten, der an Schizophrenie erkrankt war und beide lernten gemeinsam das Leben neu zu  genießen.

Das Interesse an dem gezeigten Film und am Themenabend Suizidalität war groß, und so konnte sich HPE Niederösterreich über einen großen Teilnehmerkreis freuen.

Das Publikum beteiligte sich auch rege an dem anschließenden Podiumsgespräch mit dem fachlichen Input von  Primar Dr. Baumgartner, Ärztlicher Leiter PSD Baden und Mödling – FA für Psychiatrie und Psychotherapeutische Medizin, Psychotherapeut (Analytiker), Arzt für Allgemeinmedizin - der auch Fakten zur Suizidalität präsentierte und erwähnte, dass 1.224 Personen im Jahr 2017 durch Suizid starben -  fast 3 mal so viele wie im Straßenverkehr. Die Suizidversuche überstiegen diese Zahl um das Zehnfache. (Siehe Bericht über SUIZIDALITÄT von Primar Baumgartner)
Suizidraten sind  in einigen europäischen Ländern rückläufig. So auch  in Österreich, wo sie von 23,6  (1990) auf 15,4  (2007) gesenkt werden konnten.
Primar Dr. Baumgartner erwähnte auch seine Mitarbeit am ambitionierten österreichischen Suizidpräventionsprojekt SUPRA, das in Zusammenarbeit zwischen dem Bundesministerium für Arbeit, Soziales, Gesundheit und Konsumentenschutz und der Gesundheit Österreich GmbH (GÖG) entwickelt wurde und große Ziele hat.

Die mediale Berichterstattung über Suizidalität ist bereits eine Erfolgsgeschichte. Sie ist frei von sensationsträchtigen  Berichten, die zur Nachahmung animieren (Werther Effekt) und fördert Berichte über Bewältigungsmöglichkeiten, die Suizide vermeiden helfen (Papageno Effekt).
So konnte der 1. Papageno Medienpreis heuer an den Journalisten und Redakteur der Salzburger Nachrichten Dr. Thomas Hödlmoser für seinen Artikel „… und trotzdem leben“ vergeben werden.

Auch Mag.a  Antonia Maria Leitner-Dröscher, Klinische- und Gesundheitspsychologin - Leiterin des psychosozialen Zentrums Kolping Baden, Sigrid Steffen und ich als Vorsitzende von HPE Niederösterreich brachten Beiträge zum Thema ein und erwähnten, dass es für Menschen in suizidalen Krisen notwendig ist, über ihre Probleme sprechen zu können. Das gleiche gilt für Angehörige, die mit einem schwierigen Prozess der Trauerbewältigung konfrontiert sind, denn bei jedem Suizidfall sind 15 – 20 Menschen aus dem Umfeld mitbetroffen.

Es entwickelte sich eine  spannende Diskussion, in der das oftmals als „sperrig“ empfundenes und wenig behandeltes Thema Suizid offen angesprochen und gut beleuchtet wurde.
Last but not least war Primar Dr.  Baumgartner voll des Lobes über die Arbeit der HPE und betonte: „Die HPE Selbsthilfegruppen  sind das wirksamste und hilfreichste Instrument für die gute Aufarbeitung psychischer Erkrankungen.

Moderatorin Sigrid Steffen,  bedankte sich bei allen Teilnehmern der Podiumsdiskussion für die vielen Beiträge sowie bei der HPE Niederösterreich mit der Veranstalterin des Abends Ernestine Bernhard und bei allen Gästen für ihre Mitwirkung an dem spannenden Abend zum Welttag der seelischen Gesundheit 2019.
Bei einem kleinen Imbiss hatten die Besucher noch Gelegenheit zum Gedankenaustausch.
Ein herzliches Dankeschön an alle, für den gelungenen Abend.

Sigrid Steffen, stellv. Vorsitzende HPE Österreich
Ernestine Bernhard, Vorsitzende HPE Niederösterreich

 

Input Suizidalität>>  von  Primar Dr. Baumgartner als pdf Download

 

 

 

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