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26. November 2018 - Kärnten

„Projekt LICHTBLICK“

Bericht über 9 Jahre nachgehende Betreuungsarbeit

Mitte 2009 wurde das Projekt LICHTBLICK unter Beratung vom Primarius der Psychiatrie in Klagenfurt, Dr. Herwig Oberlerchner, ins Leben gerufen, welches seit Jänner 2010 versucht, psychisch schwer erkrankte jüngere Menschen in Oberkärnten (Kärnten West) durch kompetente professionelle BetreuerInnen vor Ort aufzusuchen.


Diese BetreuerInnen bauen mit Geduld Beziehung auf und begleiten die schwer psychisch Erkrankten und auch deren Angehörige solange, bis sie zu einem selbstbestimmten Leben gelangen. Dadurch sind auch nachweislich teure Krankenhausaufenthalte verringert worden. Deshalb konnten wir auch erreichen, dass ab 2012 in Anerkennung unserer erfolgreichen sozial-psychologischen Betreuungsarbeit auch eine Subvention von der Kärntner Landesregierung von ca. 40 % gewährt wird. Den Rest müssen wir immer noch mit Spenden und Förderungen von privaten Sponsoren aus Oberkärnten aufbringen, um auch weiterhin das erforderliche Budget für unsere betreuten Klienten zustande zu bringen.


Die organisatorischen Tätigkeiten wie Einteilung des Betreuerteams, Kontrolle der Abrechnungen, Berichte und Überweisungen, Abrechnung samt Statistiken mit dem Subventionsgeber, sowie Büroaufwendungen werden von HPE ehrenamtlich, ohne Kosten für das Projekt LICHTBLICK durchgeführt!


In den vergangenen neun Jahren konnten wir bisher 36 Klienten betreuen und davon schon 20 Menschen erfolgreich aus der Betreuung in ein selbstbestimmtes Leben entlassen. Jeder Klient hat jedoch die Möglichkeit, seinen persönlichen Betreuer bei Schwierigkeiten oder im Notfall wieder zu kontaktieren. Das hilft ihm sehr, nicht wieder zurückzufallen, sondern sich wieder zu stabilisieren.


Derzeit haben wir acht fachlich geschulte BetreuerInnen, die elf KlientInnen betreuen, wovon einige mit verbessertem Gesundheitszustand schon weniger Betreuung benötigen und bei vorhandenen Mitteln jene von der Warteliste neu übernommen werden können. Am Beginn der Betreuung benötigen diese jedoch sehr viel mehr Zeit und Geduld für die Kontaktaufnahme und einen guten Beziehungsaufbau.


Durch die über die UN-Behindertenrechtskonvention eingeforderte gleichberechtigte Teilhabe an einem selbstbestimmten Leben für alle beeinträchtigten Menschen - auch für psychisch Erkrankte – wird in der Kärntner Landesregierung daran schon seit Herbst 2014 gearbeitet. An dieser Umsetzung haben wir als HPE im Kärntner Landesetappenplan zweieinhalb Jahre in drei Arbeitskreisen ehrenamtlich mitgearbeitet, wo dieses Angebot der nachgehenden Betreuung eingefordert wurde und im Maßnahmenkatalog enthalten und beschlossen ist.


Voraussichtlich soll im Laufe des nächsten Jahres dieses Angebot flächendeckend für psychisch Erkrankte in Kärnten durch die Übernahme in die soziale Gesundheitsversorgung des Landes ermöglicht werden. Aber bis dahin sind wir noch immer auf hilfreiche Sponsoren und Förderer angewiesen.


Josefine More
Vorstand HPE Kärnten

 

 

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