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Mit Hilfe von Rehabilitation
 
So wie bei vielen körperlichen Erkrankungen nach der Akutphase eine längere Kur oder ein Aufenthalt in einer Rehabilitationseinrichtung notwendig sind, spielt die Rehabilitation auch bei psychischen Erkrankungen eine wichtige Rolle. In der Sozialpsychiatrie versteht man unter Rehabilitation das Erreichen größtmöglicher Lebensqualität für den psychisch erkrankten Menschen in den Bereichen Wohnen, Arbeit, Freizeit und soziale Kontakte. Darüber hinaus verfolgt die Rehabilitation auch das Ziel, ein erneutes Auftreten der Erkrankung zu verhindern bzw. den Erkrankten zu befähigen, besser mit den Einschränkungen durch seine Erkrankung umgehen zu lernen und zukünftige Krisen leichter bewältigen zu können.
 
Seiltanz zwischen Über- und Unterforderung
Rehabilitation ist immer ein Seiltanz zwischen Über- und Unterforderung. Unrealistische Ziele und Erwartungen wie z.B. volle Arbeitsfähigkeit, sofort selbständig leben können usw. können zu einem neuerlichen Rückfall in die Krankheit führen, Unterforderung fördert den Rückzug des Erkrankten, mindert sein Selbstwertgefühl und führt so nicht selten ebenfalls wieder in die Krankheit.
Der Grundstein für eine gute Rehabilitation wird schon während der Akutbehandlung beim ersten Auftreten einer psychischen Erkrankung gelegt, indem die therapeutischen Bezugspersonen dem Betroffenen auf einer partnerschaftlichen Ebene begegnen, schon möglichst früh im Rahmen dieser Vertrauensbeziehungen die Eigenverantwortung und -kompetenz des Erkrankten fördern und ihn motivieren, an einer längerfristigen Behandlung mitzuarbeiten. Bereits auf den psychiatrischen Akut-Stationen wird den Patienten Tagesstruktur angeboten, mittels Ergotherapie kann der Erkrankte Leistungsfähigkeit und Durchhaltevermögen, mittels Physiotherapie seine Körperwahrnehmung und körperlichen Leistungen trainieren.
 
Rehabilitation kann stationär, teilstationär oder ambulant erfolgen.
Bei einem Teil der Erkrankten klingen nach der Akutphase die Krankheitssymptome wieder relativ rasch ab, sodass diese Menschen keine spezialisierten Rehab-Maßnahmen benötigen, beim größeren Teil der Erkrankten ist aber eine längerfristige Rehabilitation erforderlich. Diese kann im Rahmen von speziellen stationären Rehabilitationsprogrammen erfolgen, wo dem psychisch Erkrankten meist über einige Wochen bis Monate eine Vielzahl an therapeutischen Möglichkeiten (Einzel- und Gruppentherapie, Ergotherapie, Entspannungstherapie, Fertigkeitentraining, Einbindung von Angehörigen im Rahmen von Familientherapie, sozialarbeiterische Unterstützung usw.) zur Verfügung stehen. Kann und möchte der Erkrankte schon zu Hause leben, gibt es teilstationär das Angebot der Tagesklinik, wo der Betroffene ebenfalls über einen Zeitraum von mehreren Monaten tagsüber an einem umfassenden Behandlungsprogramm teilnehmen kann.
Darüber hinaus bietet die sozialpsychiatrische Versorgung eine Vielzahl an ambulanten Einrichtungen in den Bereichen Behandlung und Betreuung (Psychosoziale Dienste), Wohnrehabilitation (betreute Wohngemeinschaften bis hin zu betreutem Wohnen in der eigenen Wohnung), Arbeitsrehabilitation (Werkstätten, Beschäftigungsprojekte, Arbeitsassistenz) und Freizeitgestaltung (Clubs und Selbsthilfegruppen), die regional sehr unterschiedlich sind. Nähere Informationen über Angebote in Ihrem Wohnbezirk erhalten sie bei der pro mente austria unter Tel: 0732 / 78 53 97, auf deren homepage www.promenteaustria.at und bei den jeweiligen Landesvereinigungen der HPE-Österreich (siehe Seite ...).