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Christoph Wölk |
DVD Talk to him!
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Ein interaktives PC-Programm zur Selbsthilfe bei Zwangsstörungen
Balance digital 2007
Stellen Sie sich vor, eines Tages klopft ein Gast an Ihre Tür, nistet sich zunehmend in Ihrem Leben ein und wird ein lästiger und trickreicher Untermieter, ein nicht wieder loszuwerdender Haustyrann. Stellen Sie sich vor, dieser Untermieter heißt Zwang. Wie werden Sie ihn wieder los?
Christoph Wölk, Psychotherapeut und Gründungsmitglied der Deutschen Gesellschaft Zwangserkrankungen e.V., geht in dem von ihm entwickelten Selbsthilfe-PC-Programm „Talk to him!“ (zu Dt.: Sprich mit ihm!) von diesem Bild aus und meint: „Nur wer den Feind durchschaut, kann ihn besiegen!“ Im auch visuell ansprechend gestalteten Computerprogramm werden dem Benutzer 12 Fragen gestellt, die ihm dabei helfen sollen, sowohl die Strategien des Zwangs als auch die eigenen Möglichkeiten, dagegen anzukämpfen, zunehmend zu durchschauen. Diese Fragen, die sich teils an den „Gastgeber“, teils an den „Untermieter“ wenden, sind etwa:
Zwang, was war heute für dich ein Moment, wo du dich mal wieder so richtig hast austoben können?
Gab es heute einen Moment, wo ich mich gegen den Zwang erfolgreich gewehrt habe?
Welche Pläne und Vorsätze hast du, Zwang, für morgen?
Wie sollte ich mich verhalten, damit sich mein Zwang morgen mal so richtig unwohl bei mir fühlt?
Wie ist es dem Zwang gelungen, dass ich mich in der betreffenden Situation nicht gegen ihn durchsetzen konnte, sondern mal wieder nach seiner Pfeife getanzt habe?
Zwang, wie willst du es morgen schaffen, die Kontrolle über mich und mein Leben an dich zu reißen?
Der Programmbenutzer wird aufgefordert, diese Fragen entweder schriftlich über die Computertastatur oder mittels Mikrophon und Lautsprecher zu beantworten. So beginnt ein „Gespräch“ mit dem Zwang. Dass diese Auseinandersetzung auch Wut auf den lästigen Haustyrannen auslösen kann, ist durchaus erwünscht, denn diese soll die nötige Kraft geben, um sich von ihm befreien zu können.
Die therapeutische Idee des Computerprogramms ist, durch die gedankliche Trennung von Person und Zwang die eigenen Handlungsspielräume zunehmend entfalten und sich aus dem Gefühl des Ausgeliefert-Seins an den Zwang befreien zu können. Christoph Wölk schlägt vor, sich täglich mit dem Selbsthilfeprogramm zu beschäftigen.
Sowohl die Installation als auch die Ausführung des Programms gestalten sich auch für weniger Technik-geübte Personen einfach, Hilfsmenüs führen durch die Anwendung und im beiliegenden Heftchen finden sich Informationen sowohl zum inhaltlichen und therapeutischen Hintergrund als auch zu technischen Fragen.
Eine von Zwängen betroffene Patientin meint zu „Talk to him!“: „Ich habe durch ständiges Üben erkannt, wie und wann der Zwang es anstellt, mir das Leben so richtig zu ‚versalzen’. Ich fühle mich ihm nicht mehr so ausgeliefert und kann mir schon durch dort gestellte Fragen im voraus Gedanken machen, wie und mit welchen Mitteln ich dem Zwang das ‚nächste Mal’ Paroli biete. Das ist ein echt tolles Gefühl und hat mein Selbstbewusstsein enorm gestärkt.“
Mag. Birgit Dorninger-Bergner
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