 Kathi traut sich heute wieder einmal nicht aus dem Haus, weil sie große Angst vor Situationen hat, in denen sie mit Menschen in Kontakt treten muss. Eine Freundin von ihr hat sie zu einer Geburtstagsparty in einem Lokal eingeladen, wo viele Leute kommen werden. Kathi fürchtet, dass sie dort wieder in einen panikartigen Angstzustand kommt, wo das Herz zu rasen beginnt, der Schweiß ausbricht und sie das Gefühl hat, verrückt zu werden. Solche Attacken hatte sie schon öfter, daher hat sie auch schon Angst vor der Angst. Wieder einmal sagt sie einen Termin ab und gibt dafür Alibi-Erklärungen. Auch die Vorlesungen und Seminare an der Uni werden zunehmend problematisch, vor allem wenn sie mündliche Prüfungen ablegen und Referate halten muss. Kathi war immer ein sehr pflichtbewusster Mensch, und sie fühlt sich schuldig dafür, dass sie sich vor vielen Situationen mittels Ausreden drückt. Sie merkt, dass sie beginnt, sich zurückzuziehen. Aus Scham redet sie mit niemandem über ihre Probleme.
Ihre Freundin Petra bemerkt schon länger, dass mit Kathi etwas nicht stimmt, hat sich aber bisher nicht getraut, Petra darauf anzusprechen, weil sie fürchtet, damit die Sache noch schlimmer zu machen. Als eine befreundete Psychologin ihr rät, den Mut zu haben, doch einmal mit Kathi zu reden, tut sie das auch. Kathi reagiert sehr positiv, ja erleichtert, und beginnt sich Petra anzuvertrauen. Gemeinsam schauen sie im Internet nach und finden heraus, dass viele Menschen ähnliche Angstzustände erleben und dass es auch gute Behandlungsmöglichkeiten und Anlaufstellen gibt. Kathi macht den ersten Schritt: Sie vereinbart einen Termin bei einer auf Angststörungen spezialisierten Psychotherapeutin.
Vermutlich leidet Kathi an einer Sozialphobie, was aber erst abgeklärt werden muss.
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