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28. Mai 2010 - Wien
Kinder- und Jugendkriminalität

4. Wiener Frühjahrstagung für Forensische Psychiatrie

 

Die diesjährige Tagung für Forensische Psychiatrie am 28. Mai 2010 widmet sich der Kinder- und Jugendkriminalität, eine Thematik, die auch für das Verständnis der Erwachsenendelinquenz von großer Bedeutung ist. Nationale und internationale epidemiologische Studien zeigen einen Anstieg der Kinder- und Jugendkriminalität. Kriminologische Dunkelfelduntersuchungen an großen Jugendkohorten gaben neue Hinweise über kausale Bedingungskonstellationen für die Entwicklung aggressiver Verhaltensweisen, die weit in das Erwachsenenalter hineinwirken können. In den letzten 10 Jahren wurden neurobiologische und psychodynamische Modelle aufgestellt, die viele Facetten der Delinquenzentwicklung in der Adoleszenz in einem neuen Licht erscheinen ließen. Gewaltlegitimierende Männlichkeitsnormen in Jugendkulturen, Druck durch die Peer-group, schlechte familiäre Sozialisationsbedingungen, Suchtverhalten und die Vermittlung gewalttätiger Leitbilder durch exzessiven Mediengebrauch finden sich häufig in der Vorgeschichte von delinquenten Jugendlichen. Daneben spielen allerdings auch psychische Erkrankungen und Persönlichkeitsentwicklungsstörungen eine nicht unerhebliche Rolle. Kohortenlängsschnittuntersuchungen zeigen allerdings, dass nur ein Teil der jugendlichen Delinquenten im Erwachsenenalter illegale Verhaltensmuster aufweist. Vorsichtig optimistisch stimmen neue, deliktorientierte Therapieformen, die als Reaktion auf den Anstieg der Kinder- und Jugendkriminalität entwickelt wurden.

 

Datum: 28. Mai 2010

Ort: AKH Wien, Währinger Gürtel 18 – 20, Kliniken am Südgarten, Hörsaalzentrum

Veranstalter: Univ. Prof. Dr. Thomas Stompe, Univ.-Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie, Klin. Abt. f. Sozialpsychiatrie, Wien

Information & Anmeldung: IEC-Management, Dieter Krasa, T 01 – 718 02 18, E office@iec-management.at

 

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