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Rückblick einer Seminarteilnehmerin
Ich wurde auf das Seminar „Ermutigung zum aufrechten Gang: Empowerment für und durch Angehörige“ beim Besuch einer Angehörigengruppe von HPE im Frühjahr 2011 aufmerksam. Zu diesem Zeitpunkt fühlte ich mich als Mutter eines Jugendlichen mit ausgeprägten Depressionen und mehreren Selbstmordversuchen am Ende meiner Weisheit und völlig ausgelaugt.
Ich erhoffte mir von diesem Seminar Anregungen, wie ich die Kommunikation mit meinem Sohn anders gestalten und meine Ängste besser in den Griff bekommen konnte.
Schon die wöchentliche „Auszeit“ von 2 Seminar-Stunden war der erste Schritt, ein wenig zur Ruhe zu kommen. Ich habe mich wirklich jede Woche darauf gefreut. Die Erfahrungsberichte der anderen Teilnehmer, die Diskussionen und natürlich die Inputs der Seminarleiterin, Frau Mag. Dorninger-Bergner, halfen mir, meine Situation aber auch die meines Sohnes einmal von einer anderen Warte aus zu betrachten und wieder Kraft und Hoffnung zu schöpfen.
Neu war für mich, was alles eine Kraftquelle darstellen kann, zB scheinbar ganz selbstverständliche Dinge wie Arbeit, Wohnung, Einkommen, Familie, Freunde, Kontakte, Bildung, Hobbies, Kultur. Genau hinzuschauen, was steht mir denn da alles an Ressourcen zur Verfügung, schärft den Blick und macht ein wenig selbstbewusster.
Die Theorie von Empowerment – also die Selbst-Befähigung und Selbst-Bestimmung des Kranken aber auch der eigenen Person zu fördern – klingt anspruchsvoll und scheint vom Angehörigen einiges an persönlicher Selbstsicherheit sowie beständiges Vertrauen und liebevolle „Großzügigkeit“ dem Kranken gegenüber zu verlangen. Ansprüche, die aber von Frau Mag. Dorninger- Bergner auf ein „machbares“/alltagstaugliches Maß heruntergeholt wurden. Betont wurde auch immer wieder die Wichtigkeit, für sich selbst gut zu sorgen und seine persönlichen Ressourcen bewusst und aktiv auszuschöpfen – so bescheiden sie auch sein mögen.
Allein, im Alltag tappe ich leider nach wie vor in die gleichen Fallen, ich kepple, überwache und übernehme Aufgaben, die mein Sohn gut und gerne allein erledigen könnte, vor allem aus Angst, dass sich wieder eine Krise einstellen könnte.
Aber die Ermutigung „mach doch mal was ganz Anderes, wenn du merkst, dass ein Verhaltensmuster, das du lange Zeit an den Tag gelegt hast, nicht in der gewünschten Form wirkt“ hilft mir doch immer wieder, innezuhalten, Luft zu holen und einen neuen Anlauf zu nehmen.
Sehr gut gefallen haben mir auch die Filmbeispiele von Personen mit verschiedenen psychischen Erkrankungen, die ihren Krankheitsverlauf schilderten und erzählten, was ihnen geholfen hat, die Krankheit zu überwinden oder zumindest „gut“ mit ihr umzugehen. Vielleicht könnte man diesen Teil noch etwas ausbauen.
Praktische Informationen zur Patientenverfügung und Behandlungsvereinbarung runden das Seminarprogramm ab.
Alles in allem ist für mich das Seminar genau im richtigen Augenblick gekommen und ich konnte mir daraus wertvolle Anregungen mitnehmen.
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