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14. Dezember 2011 - Tirol
„Tabu Suizid – Wir reden darüber“


Bereits zum 3. Mal veranstalteten das Tiroler Bündnis gegen Depression, die Gesellschaft für psychische Gesundheit - pro mente tirol, die Tiroler Hospizgemeinschaft und das Haus der Begegnung der Diözese Innsbruck in Kooperation mit zahlreichen regionalen Institutionen –darunter auch der HPE-Tirol – am 5. November 2011 eine Fachtagung zum Thema Suizid. Etwa 120 Teilnehmerinnen und Teilnehmer hörten am Vormittag kompetente Referate und beschäftigten sich am Nachmittag in Gesprächskreisen mit unterschiedlichen Aspekten dieser schwierigen Thematik. Zum Abschluss wurde ein Abschieds-Ritual gefeiert für Hinterbliebene von Menschen, die ihrem Leben selbst ein Ende gesetzt haben. Prim. Univ.-Prof. Dr. Christian Haring setzte sich in seinem Eröffnungsreferat mit den verschiedenen Ebenen der Suizid-Tabuisierung in bildungsfernen Gesellschaftsschichten, in peripheren Regionen, in verschiedenen kulturellen Zusammenhängen, bei alten Menschen aber auch in der wissenschaftlichen Fachwelt auseinander. Im Jahre 2009 starben durch Suizid in Österreich so viele Menschen, wie wenn alle 40 Tage ein vollbesetzter Airbus abgestürzt wäre. Niemand würde so etwas einfach hinnehmen. Nach seiner Auffassung habe in Österreich die Suizidprävention zwar 10 Jahre zu spät eingesetzt – aber immerhin doch noch. Mag. Gertrud Larcher schilderte die schwierige Situation von Kindern als Hinterbliebenen nach einem Suizid, deren Ängste und Unsicherheiten wie auch die Aufgabe erwachsener Begleitpersonen. Mag. Regina Seibl sprach über allgemeine Irritation, Ratlosigkeit und Verwirrung, wie auch über die anhaltende Erschütterung und die Funktion von auftretenden Schuldgefühlen, mit denen Angehörige nach einem Suizid konfrontiert sind. Suizid gelte als unerhört und unanständig und sei gesellschaftlich geächtet, wodurch auch die Angehörigen stigmatisiert werden – diese zählen im Übrigen zu den Risikogruppen. In den Gesprächskreisen wurden diese und weitere Aspekte vertieft, etwa die Frage des Umganges mit Suizidankündigungen überhaupt, der Umgang mit Angehörigen, Besonderheiten der Trauer und öffentliche Formen der Trauer nach einem Suizid. Es gab auch den Denkanstoß, die Doppeldeutigkeit mancher Aussprüche und Redewendungen zu hinterfragen und zu beachten, z.B. „sich das Leben nehmen“ (bei Betonung des 3. Wortes ergibt sich ein völlig anderer Sinn als bei Betonung des 4. Wortes)…

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