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18. Juli 2010 - Wien
Herrschaftssitze und andere Sehenswürdigkeiten des Burgenlandes
Ein Bericht über die Frühlingsfahrt der HPE Wien am 9. Juni 2010

Bei unserer diesjährigen Frühlingsfahrt meinte es die Sonne fast zu gut mit uns, es sollte somit eine hochsommerliche Reise werden:

Gleich zu Beginn erwartete uns in Eisenstadt das berühmte Barockschloss, dessen prunkvolle Innenausstattung (mit einigen klassizistischen Elementen) nicht nur die Geschichte des Fürstengeschlechts, sondern auch die des Komponisten Joseph HAYDN erzählt. Abschluss und Höhepunkt unserer Führung war dann der große Konzertsaal, der immerhin 660 Besuchern Platz bietet: Die hier verewigten mythologischen Darstellungen von AMOR und PSYCHE sowie von HERKULES erinnerten mich daran, wie sehr gerade im 18. Jahrhundert die Widmungsträger mit solchen griechisch–römischen Sagengestalten identifiziert wurden.

Der anschließende kleine Stadtrundgang führte uns am Wohnhaus HAYDNS vorbei, in dem er in den Jahren 1766 – 1778 lebte (wenn er nicht in Esterhazy/Ungarn tätig war). Die Bergkirche mit dem legendären Grabmal des Komponisten konnten wir leider nicht sehen, denn sie lag etwas zu weit abseits. Doch sowohl die Franziskanerkirche (im ehemaligen Stadtteil Kleinhöflein) als auch die Domkirche St. Martin waren durchaus lohnende Besichtigungspunkte: In diesem Sakralbau fiel einerseits die kleine aber dekorative Orgelempore aus dem Jahr 1778 auf, andererseits auch die nach altem Muster erst 1976 eingesetzten Glasfenster.

Für das bei allen Ausflügen so entscheidende leibliche Wohl war dann in einem gemütlichen Gasthaus am Fuß der Burg Forchtenstein gesorgt, die ja nicht weit von Eisenstadt entfernt liegt. Soweit ich mich umgehört habe, waren alle mit pannonischen u. a. Köstlichkeiten des dortigen Mittagessens zufrieden!

Die Waffenkammer auf Forchtenstein, das steinerne Wahrzeichen des Burgenlandes, bot uns eine kaleidoskopartige Aufarbeitung der österreichischen Geschichte von der Zeit MARIA THERESIAS bis zu den Feldzügen NAPOLEONS: Dies demonstrierten zahlreiche Beutestücke aus dem Besitz jener ehemaligen Regimenter, die die Familie ESTERHAZY für die Habsburger aufgeboten hatte. Die meisten von uns kannten allerdings noch nicht die imposanten Fresken mit ungarischen Herrscherporträts im Innenhof von Burg Forchtenstein, welche das Standbild von Fürst Nikolaus ESTERHAZY I umrahmen. Unsere Führerin machte uns nämlich darauf aufmerksam, dass die Fresken erst im Jahr 2005 zufällig entdeckt und durch Entfernen der darüber liegenden Schicht frei gelegt worden waren.

Im Namen aller Teilnehmer möchte ich mich bei Frau Herta FRENZEL und ihrem Sohn BRUNO für die gelungene Organisation herzlich bedanken! Die Pausen zwischen den einzelnen Besichtigungen waren glücklicherweise so eingeteilt, dass für Erholung und anregende Gespräche gleichermaßen Zeit blieb. Ganz sicher hat auch dieses gesellige Beisammensein bei unserem Autobus Fahren wesentlich dazu beigetragen, die Damen und Herren einen Tag lang von ihren Alltagssorgen abzulenken...

Richard Tröthann

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