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24. Februar 2010 - Wien
Dr. Georg Psota ist neuer Leiter des PSD Wien

Der Psychosoziale Dienst in Wien bietet seit 30 Jahren ein vielfältiges Netzwerk an Behandlungs- und Betreuungeinrichtungen für Menschen mit psychischen Erkrankungen. Der langjährige Leiter des PSD, Chefarzt Dr. Stefan Rudas, wurde nun Anfang 2010 von Dr. Georg Psota abgelöst, der auf eine 25-jährige Erfahrung im extramuralen psychiatrischen Bereich zurückblicken kann.

 

Dr. Psota war Primar des Sozialpsychiatrischen Ambulatoriums Josefstadt und Wegbereiter und Leiter des mobilen Psychiatrischen Krisendienstes. Er machte sich vor allem in der Gerontopsychiatrie verdient und realisierte das Gerontopsychiatrische Zentrum des PSD und den Sozialpsychiatrischen Liaisondienst zu Einrichtungen der stationären Wohnungslosenhilfe in Wien.

In einem Interview mit Dr. Silvana Schwitzer für die Medical Tribune nahm Dr. Psota Stellung zu seinen Plänen für die Weiterentwicklung des PSD. Er betonte die große Wichtigkeit des PSD als niederschwellige Anlaufstelle für jene Menschen, die von der psychischen Erkrankung besonders schwer getroffen wurden und die rasch Hilfe brauchen. Auf die Frage zu Vorwürfen die personell und organisatorisch veralteten Strukturen betreffend meinte er, dass immer Verbesserungen notwendig wären, weist aber auch auf die vielen eindrucksvollen Veränderungen seit den Anfängen der Psychiatriereform in den 80er Jahren hin.

 

Seine Pläne für die Zukunft stehen unter dem Motto „Dynamisieren mit Maß und Ziel“, „die Dinge, die gut sind, zu belassen und jene, die einer Veränderung bedürfen, für die PatientInnen gut zu verändern“. Ein großes Anliegen ist ihm die Professionalisierung der Beratungsangebote in der Nacht. Ebenso verstärken will er die Hausbesuche bei psychiatrischen Krisen, betont aber, dass gut abgewogen werden müsse, wann ein Hausbesuch angeboten werde und wann nicht, da die Regressionsgefahr groß sei, und PatientInnen, die ohnehin nur selten die eigenen vier Wände verlassen, in diesem Rückzug noch verstärkt werden.

 

Last but not least ein nicht unwesentliches Anliegen Psotas: Er möchte die Psychiatrie aus der Parteipolitik heraushalten!

 

In einem Interview mit Andrea Heigl und Bettina Fernsebner vom Standard betonte der neue PSD-Chef, dass die Schnittstelle von ambulanter und stationärer Betreuung verbesserungswürdig sei. Aus Schnittstellen sollten Nahtstellen gemacht werden, indem schon kurz nach der stationären Aufnahme eines Patienten die Überlegungen beginnen sollten, wie eine gute Entlassungsvorbereitung und Begleitung nach draußen möglich werden kann. Eine standardisierte Zusammenarbeit der MitarbeiterInnen der psychiatrischen Abteilung mit dem PSD sei anzudenken.

 

Auf die Frage, wie er sich in der Weiterentwicklung der Psychiatriereform profilieren möchte sagte er: „Jetzt geht es darum, die Integration von psychisch Kranken, deren Angehörigen und der Psychiatrie im Gesamten, auch dort, wo es um schwere Kranke geht, zu einer zunehmenden Selbstverständlichkeit zu begleiten. Das ist die Aufgabe dieser Generation von Psychiatern  und Psychiaterinnen und daher auch meine.“

 

Die Redaktion des KONTAKT wünscht dem neuen Chefarzt des PSD viel Schaffenskraft und Erfolg bei der Verwirklichung seiner Ziele!

 

(der Standard, 29. Jänner 2010, medical Tribune 4/2010)

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