Aktuell    Berichte
24. Februar 2010 - Wien
Filmtreff der HPE Wien

 Einmal im Monat treffen wir (eine Gruppe von Angehörigen) im Angehörigenzentrum der HPE Wien im 7.Bezirk zusammen, um miteinander einen Film oder eine Dokumentation zum Thema „Psychische Erkrankungen“ anzuschauen und danach miteinander darüber ins Gespräch zu kommen oder einfach in angenehmer Atmosphäre mit verständnisvollen Menschen zu plaudern.

 

Im September haben wir uns den Film „Der lange Weg aus der Nacht“ angeschaut:

Pauline, eine 42jährige Schwarze, lebt mit ihrer 9jährigen Tochter Ashley bei ihrer Mutter. Sie hat während ihrer bereits 17 Jahre dauernden Erkrankung an paranoider Schizophrenie zahlreiche Klinikaufenthalte hinter sich. Kein Medikament scheint wirklich zu helfen. Deshalb, und auch wegen der Nebenwirkungen, setzt Pauline dies immer wieder ab, was wiederum zu Einweisungen in die Psychiatrie führt.

Nach einer neuerlichen Einweisung, - weil Pauline ihrer Schwester heimlich von ihren Medikamenten in ein Getränk gemischt hat, - schlägt man ihr vor, an einem Rehabilitationsprogramm teilzunehmen. Dabei soll ein neu entwickeltes Medikament zum Einsatz kommen. Dieses hat auch in aussichtslosen Fällen geholfen, hat aber auch Risken. Nach langem Zögern ergreift Pauline diesen Strohhalm.

 

Der Film zeigt den langen, mühsamen, von Rückschlägen behinderten Weg zur geistigen Klarheit. Neben dem Leid der Patientin wird auch die Betroffenheit der ganzen Familie thematisiert. Die Mutter hat ihr ganzes Leben auf ihre kranke Tochter eingestellt, für die Behandlung Schulden gemacht und ihre Enkeltochter aufgezogen. Die Schwester klagt, dass immer nur die kranke Schwester alle Zuwendung erfahren hat. Die Tochter ist verunsichert und verängstigt, weil sie viele Probleme hautnah miterleben musste.

 

Auch nach ihrer Genesung ist es für Pauline schwierig, im Leben Fuß zu fassen. Sie muss sich der Wirklichkeit stellen und akzeptieren, dass sie beruflich nicht dort weitermachen kann, wo sie vor 18 Jahren aufgehört hat. Ihre Tochter will nicht zu ihr ziehen, sondern weiter bei der Großmutter bleiben. Ihr neuer Freund trennt sich von ihr, als sie ihm von ihrer Krankheit erzählt. Ihrer Tochter erklärt sie ihre Krankheit so: „Es ist wie ein böser Traum, aber es ist keiner, weil man nicht schläft. Und weil man nicht schläft, kann man auch nicht aufwachen.“

 

Für mich ist dieser authentische Film einer der besten zum Thema Schizophrenie. Grandios gespielt. Lebensnah. Echt und ergreifend. Er informiert und macht Mut, ohne falsche Hoffnungen zu wecken. Sehr empfehlenswert!

 

Neugierig geworden?  

Sie sind herzlich dazu eingeladen!

 

Inge W.

Zurück