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14. September 2009 - Allgemein
"Das verlorene Paradies"

Der Dokumentarfilm "Das verlorene Paradies" zum Thema psychische Erkrankungen und Suizidalität hat in kürze die Wienpremiere.

 

Oberösterreich Premiere vom 18. bis 24. September 2009 in den Lichtspiele Lenzing am 18.09.2009 ist die Regisseurin anwesend!

Wien Premiere 23.9. 09, 20:30 Uhr im Rahmen der Psyennale im Topkino (Rahlgass 1, Ecke Theobaldgasse, 1060 Wien) in Anwesenheit der Regie und zwei Protagonisten des Films) und vom 27.09.2009 – 08. 10. 09 im regulären Programm des TOPKINOs (Infos zu den Beginnzeiten siehe Homepage http://www.topkino.at)

"DAS VERLORENE PARADIES" thematisiert anhand von zwei Lebensgeschichten die sich verengende Lebensspirale von Menschen mit psychischer Erkrankung, an deren Ende Suizid steht. Martin überlebt wider Erwarten. Sein Weg aus der Ausweglosigkeit ist durch therapeutische Hilfe möglich. Philipp hat der Schizophrenie nach quälenden Jahren nichts mehr entgegen zu setzen. Der Annäherung an den Suizid des eigenen Kindes spürt der Film im Dialog mit den Eltern nach: Ein berührender (Rück) Blick auf einen jungen Menschen.

Nähere Infos zum Film und Termine in anderen Bundesländern findet man auf der Homepage www.dasverloreneparadies.at

 

Pressetext:

„Ich habe mir gedacht: ich habe keine Angst vor dem Tod, ich habe Angst vor dem Leben. Bevor ich noch mal einsam bin, schieße ich mir eine Kugel in den Kopf. Als Martin seine suizidalen Gedanken im Büro, nachts im Steinbruch, ausspricht, hat er den Zuschauer bereits tief mit hinein genommen in seine Gefühlswelt, in der er keinen Raum mehr für sich findet. Mit großer Offenheit rekonstruiert der 30-jährige Bergbauingenieur gemeinsam mit dem Filmteam die Verdichtung emotionaler Isolation, die dazu geführt hat, dass er sich aller vorhandenen Werkzeuge bediente, sein Leben zu beenden. Doch selbst der Sturz aus dem zweiten Stock führt nicht zum verzweifelt herbei gesehnten Ende. Martin überlebt. Dass er der Kamera heute ohne Sentimentalität aber mit gefasster Emotion begegnet, seine Geschichte nach spielt und doch nicht spielt, ist das Ergebnis einer langen, lückenlosen Therapie, die ihn bis heute begleitet. Verändert hat sie seine Wirklichkeit nicht, verändert hat sie den Zugang zu ihr.

Das spiegelt auch die Bildsprache des Films wider. Sie beschönigt nicht, sie zeichnet den Grenzgang zwischen Dunkel und Licht nach. Ein konsequenter Blick in jenen Teil seelischer Wirklichkeit, wo der Wunsch zu leben keine Selbstverständlichkeit (mehr) ist.

Dramaturgisch sensibel integriert der Film Erfahrungen begleitender Ärzte und Psychologen, zeigt Erfahrungen aus der Suizidprävention auf, gibt aber auch Bruchstellen kontinuierlicher, rechtzeitiger Einflussnahme Raum.

Raum für Philipp. Eine Amateurkamera verfolgt einen Buben, der seinem schauspielerischen Witz freien Lauf lässt. Wenig später zeigen die Filmaufnahmen ein Gesicht, das die Kamera ohne ein Lächeln fixiert. Eines Tages kann der talentierte Schüler eine einfache Aufgabe nicht mehr lösen, rekonstruiert seine Mutter den Beginn eines langen Abschieds. Nach zwölf Jahren Schizophrenie findet Philipp auch in den Zuwendungen der Familie keinen Halt mehr. Die gesellschaftlichen Netze sind weitmaschig. Dem Lehrerehepaar gelingt es nicht mehr, ihn aufzufangen. Im berührenden Dialog mit den Eltern nähert sich Das verlorene Paradies dem Suizid des 22-jährigen Philipp an: Schmerz und Zweifel, Auflehnung und Zustimmung - Gefühle, die ihren Platz suchen, den sie in unserer Gesellschaft oft nicht haben (dürfen). 

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