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22. Februar 2008 - Steiermark
HPE bei Armutskonferenz vertreten

Von 23. – 24. November 2007 fand in Graz die Armutskonferenz unter dem Motto „Sichtbar werden 2007“ statt. Dr. Johanna Feest und ich vertraten die HPE bei dieser Konferenz. Es nahmen 40 Vereine aus ganz Österreich teil. Wir beide waren die einzigen Sprecher für psychisch Erkrankte und deren Angehörige. Schon in Wien gingen Planungstreffen voraus.

Rund eine Million Menschen in Österreich müssen mit einem Einkommen unter der Armutsgrenze leben – fast die Hälfte davon – 420.000 Menschen leben in akuter Armut. Dazu kommen die gestiegenen Lebenserhaltungskosten für Nahrung, Wohnen, Energie etc.

Personen mit psychischer Beeinträchtigung haben am Arbeitsmarkt schlechte Chancen. Aus Scham nehmen aber gerade diese Menschen ihre Rechte oft nicht in Anspruch. Hauptziel der Armutskonferenz ist es, das verschwiegene Problem der Armut und der damit verbundenen sozialen Ausgrenzung mit all ihren Folgen aufzuzeigen und auf eine dringend notwendige Verbesserung der Lebenssituation der Betroffenen hinzuweisen.

Der Freitag galt der Vorbereitung der öffentlichen Aktion in Graz – Transparente gestalten, Flugblätter malen, entwerfen, drucken, „Armutskekse“ verpacken und mit Informationszetteln versehen, Auftritte trainieren usw. Am Samstag fanden dann die Anti-Armuts-Demonstration mit Kundgebungen an wichtigen Plätzen statt, die sich durch die Hauptstraßen von Graz zog. Die Reaktion der Grazer Bevölkerung war gut. Die Leute zeigten Interesse und Verständnis. Mit zwei Grazer Mandataren konnte ich zufällig ein langes Gespräch über die Probleme psychisch kranker Menschen führen. Sie zeigten sich interessiert für die Arbeit von HPE.

Am Sonntag spielte das Forumtheater ihr Stück „Kein Kies zum Kurven kratzen“, das sich mit den Geldsorgen Arbeitsloser beschäftigte. Sozialminister Buchinger war angesagt, wurde dann aber von einem Sozialexperten seines Ministeriums vertreten.

In der Abschlussdiskussion wurde noch einmal deutlich, dass die Mehrzahl der TeilnehmerInnen die geplante Grundsicherung mit großer Skepsis sehen. Ebenso sei das Netz sozialpolitischer Sicherungssysteme unzureichend auf die Wechselfälle des Lebens ausgerichtet und weise grobe Lücken auf. Die Betroffenen fordern neben einem existenzsichernden Mindesteinkommen, besseren Zugang zu qualitätsvollen sozialen Dienstleistungen und Gütern und eine Arbeitsmarktpolitik, die adäquate Löhne und berufliche Perspektiven sichert. Sie wollen in einem Brief ihre Anliegen und Forderungen an Sozialminister Erwin Buchinger (SPÖ) übermitteln.

Herta Frenzel,
Vorsitzende der HPE Wien

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