Aktuell    Berichte
22. November 2006 - Tirol
Der "Lindauer Kreis"
        
Angehörige psychisch Kranker aus der Bodenseeregion taten sich  2002 in Lindau zusammen, um sich über die Gegebenheiten in der Psychiatrie in ihren Ländern/Kantonen zu informieren, Erfahrungen auszutauschen und hieraus neue Aktivitäten zu entwickeln. Im „Lindauer Kreis“, dem gemeinsamen „D-A-CH“ dieser Initiative, arbeiten bisher Vertreter folgender regionaler Verbände mit:
Vereinigung der Angehörigen von Schizophrenie/Psychisch-Kranken (VASK) Zürich und Ostschweiz, Vereinigungen Vorarlberg und Tirol der Angehörigen psychisch Erkrankter (HPE) sowie die Landesverbände Baden-Württemberg und Bayern der Angehörigen psychisch Kranker. Weiteren Interessenten steht der Lindauer Kreis offen.
 
Standen in den ersten Zusammenkünften das gegenseitige Kennenlernen und der Austausch der eigenen Probleme im Vordergrund, geht es heute um die Realisierung konkreter Projekte.
So konnten wir auf dem von der Internationalen Bodenseekonferenz (IBK) Anfang Juli 2002 in Konstanz ausgerichteten Kongress „Gesundheit ohne Grenzen“ nicht nur unsere grenzüber-schreitende Kooperation, sondern auch unser erstes gemeinsames Projekt, die Aufklärung über psychische Krankheiten an Schulen, vorstellen.
 
In diesem „Schulprojekt“ ging es zunächst darum, die in den einzelnen Regionen entwickelten Konzepte zusammenzutragen und deren unterschiedlichen Ansätze und bereits realisierte Projekte auszuwerten. Hier können wir voneinander lernen, unterschiedliche Gegebenheiten aufgreifen (Beispiel: in Österreich fügt  sich das Thema „psychische Krankheiten“ ohne weiteres in den Stoffplan des Gymnasiums ein, in Baden-Württemberg fehlt diese Verknüpfung und wir finden (bisher) keinerlei Unterstützung seitens des Kultusministeriums! Gleichwohl gelingt es auch hier, unterstützt durch aufgeschlossene Schulleiter und Lehrer, den Weg in die Schule zu finden).
 
Mit einer Tagung zum Thema „Sucht und psychische Störungen (Doppeldiagnose)“ am 05.05.2007 in Lindau unter der Schirmherrschaft von R. Wüst, dem Vorsitzenden der Kommission „Gesundheit und Soziales“ der Internationalen Bodenseekonferenz (IBK) wird sich der „Lindauer Kreis“ erstmals einer größeren Öffentlichkeit stellen. Diese Veranstaltung soll die zunehmende Häufigkeit von Doppelerkrankungen, bedingt durch den Drogenkonsum von immer jüngeren Jugendlichen, ins Bewusstsein der Gesellschaft rücken, den Angehörigen Informationen und Expertenrat vermitteln und auf Defizite in der Versorgung aufmerksam machen.
 
Der regionale Bezug zur Bodenseeregion wird über Kontakte zur Internationalen Bodensee-konferenz (IBK) weiterverfolgt, ohne damit die Arbeit des „Lindauer Kreises“ geographisch einengen zu wollen – vielmehr ist jeder Mitstreiter zum Wohl der psychisch Kranken und deren Angehörigen willkommen.
 
 
Dr. Gerwald Meesmann
Landesverband der Angehörigen psychisch Kranker
Baden-Württemberg
 
 
Zurück