Mutter nicht zu Empathie fähig

Dieses Thema im Forum "Erfahrungsaustausch für Angehörige" wurde erstellt von schotenpfeffer, 28. Mai 2020.

  1. schotenpfeffer

    schotenpfeffer New Member

    Hallo die Runde!

    Meine Mutter (50) ist und war nicht fähig, empathisch zu handeln, was leider auch zur Folge hat, dass es ihr eine ehrliche Selbstreflektion nicht möglich ist. Daher kommt sie nicht selber drauf, dass sie ein Problem hat und ich habe nicht das Recht, sie darauf hinzuweisen.
    Wahrscheinlich denken viele von euch beim Lesen, dass das Kindergartenprobleme sind, doch zum besseren Verständnis der Dringlichkeit meines Hilfeersuchens, fasse ich die Situation so gut es mir möglich ist zusammen.

    Ich bin fast 30 und habe die letzten 9 Jahre alles (inkl. Therapie) versucht, die Beziehung zu meiner Mutter zu verbessern, doch nun bin ich am Ende mit meinem Latein, denn ich weigere mich ihre "Psycho-Packerln" weiterhin mitzutragen.

    Meine Mutter war die beste Mutter die sie sein konnte, doch soetwas wie konstante bedinungslose Mutterliebe kenne ich nicht. Seit dem Kindergarten habe ich mein Handeln und meine Entscheidungen an ihre Erwartungshaltung angepasst, in der Hoffnung, wenn ich perfekt wäre, würde sie mich lieben, so wie die anderen Mütter ihre Töchter lieben. Aber das ist nur ganz selten und kurz passiert. In den letzten Jahren habe ich meinen Frieden mit meiner Kindheit geschlossen, hat mich ja schließlich zu einem gelungenen Menschen gemacht, doch meine kleine Schwester (15) bekommt gerade den gleichen leeren Gesichtsausdruck, den ich mir in ihrem Alter zugelegt habe und der mit 19 in einem Selbstmordversuch gegipfelt hat. Ich versuche ihr zu helfen, indem ich sie so nehme wie sie ist, ihre innere Frau stärke und ihr eine Schwester bin, die ihr soetwas wie Mutterliebe entgegenbringt, aber ich habe die Befürchtung dass das nicht genug ist. Ich bin eben Schwester und sie muss mit unserer Mutter in einem gemeinsamen Haushalt leben.

    Im großen und ganzen haben wir Kinder uns immer gefühlt wie unser Hund: am Anfang eine Aktion aus Liebe, dann funktioniert man nicht exakt nach Vorstellung und wird sich selbst überlassen, man hat es ja versucht.

    Ich will meine Mutter nicht zerstören und meine vergangenen Versuche, sie mit vorsichtigen Babyschritten über 4 Jahre zu Empathie zu "bekehren" haben nichts gebracht. Und direkt darauf ansprechen funktioniert nicht, da sie dann sofort in Angriffposition geht und dicht macht, denn es sind immer alle anderen Schuld. Manchmal habe ich bei ihrer Realität das Gefühl, dass sie in den 90igern nicht auf Drogen, sondern Talkshows hängen geblieben ist. Klingt wahrscheinlich doof, aber mir fällt keine bessere Umschreibung ein.

    Es fällt mir so schwer auf sie als psychisch Kranken Menschen einzugehen, da sie den Handlungsbedarf nicht erkennt und somit auch keine professionelle Diagnose hat. Ich kenne nur ihre Sympthome, habe aber keine Krankheit als Sündenbock, auf den das verletzte Kind in mir seine Wut konzentrieren kann. Und bitte verurteilt mich nicht, ich weis dass es viel schlimmere Schicksale gibt, aber manchmal wünsche ich mir dass sie einen Nervenzusammenbruch hat und stationäre Hilfe bekommt, damit sich endlich etwas ändert. Denn was nach wie vor eine Angst in meinem Kopf ist: was ist wenn sie nicht krank sondern einfach nur ein Arschloch ist?
  2. aloha

    aloha New Member

    Darf ich dich fragen, welche Symptome deine Mutter hat?