Akut Aufenthalt in der Klinik

Dieses Thema im Forum "Erfahrungsaustausch für Angehörige" wurde erstellt von Melody, 11. Mai 2020.

  1. Melody

    Melody New Member

    Hallo

    Meine große Tochter (15) ist momentan stationär in der Klinik wegen akuter Problematik.
    Um ein bisschen auszuholen:
    Sie ist nach einem Schulwechsel gemobbt worden, leider sind wir da sehr lange nicht drauf gekommen, als sie nicht mehr in die Schule wollte, verweigerte, nicht mehr aus dem Bett kam, ist sie dann mit der Sprache raus gerückt. Wir haben dann eine Gesprächstherapie begonnen welche ein Jahr andauerte.
    Da wir keine Schule finden konnten, mit der sie zufrieden war, hat sie sich selbst dazu entschieden das letzte Jahr in der Schule zu bleiben, da- so sagte sie- die Kinder die gemobbt hatten sowieso nicht mehr in der Schule wären.
    ABER leider wurde es nicht besser, nicht wegen Mobbing sondern weil sie selbst nicht klar kam. Weder mit sich, noch mit den Lehrern. Im Dezember haben wir dann einen Schulwechsel gemacht und scheinbar wurde es besser, aber leider gab es dann hier auch Vorfälle.
    Nachdem es fast von der Schule flog, hat sie sich wieder ein bisschen gefangen, dann kamen die Ferien, danach kam Corona.
    In dieser Zeit wurde es daheim immer schlimmer, sie ist gar nicht mehr aufgestanden und sehr depressiv geworden. Sie wurde dann vom Arzt auf Adjuvin eingestellt und wir haben eine neue Gesprächstherapie gesucht, da sie selbst sagte, das die alte ihr nichts mehr bringt und sie sowieso nur irgendwas erzählt hat und sie dort immer nur hörte: Sie müsse tun, was ihr gut tut.

    Als dann noch massive Suizide Gedanken dazu kamen wurde sie letzte Woche eingewiesen.
    Dort sagten man, dass sie eine Persönlichkeitsstörung habe.
    Sie ist nun auf der Warteliste für eine Langzeittherapie und wird voraussichtlich ende dieser Woche nach Hause entlassen.

    Zu ihrer Familie gehören noch eine Schwester (13) mit ASS und ADHS und Entwicklungsverzögerung und intellektueller Behinderung und eine kleine Schwester (6) sowie zwei Stiefschwestern (10 und 6) sowie ich (die Mama) und ihr Stiefvater.
    Zum Vater ist nur wenig Kontakt von ihr, da er ihr ihrer Meinung nach zu wenig Interesse zeigt.

    Leider war ich auch 5 Jahre lang mit dem Vater meiner jüngsten zusammen der ein großes Alkoholproblem hat.

    Bis sie ca 12 Jahre war, war sie wahnsinnig brav und sehr Verantwortungsbewusst... dann kam halt die Pubertät und was sie so mit sich bringt. Eigentlich dachte ich, wir haben den Bogen gekriegt...

    Wie es weiter geht- wir wissen es nicht.
    Sie ist ein Widerspruch in sich, möchte heim, möchte aber gleichzeitig in den geschützten Bereich weil sie Angst hat, sich zu verletzten. Auch ob sie Schule oder Lehre machen möchte- eigentlich alles ändert sie Minutenweise...

    Vielleicht habt ihr Rat? Oder Erfahrungen.... oder... ich weiß auch nicht... danke fürs lesen...
  2. Melody

    Melody New Member

    Schade, das es hier scheinbar niemanden gibt, der Erfahrung hat oder sich ein bisschen auskennt...

    Gestern am frühen Abend war es ganz schlimm- jemand anderer hatte "Besuch" am Zaun, das ist nicht erlaubt, ich hatte ihr am Samstag was gebracht und wir wurden auch weggeschickt weil nur ein Besucher erlaubt war mit Voranmeldung und ich wusste das nicht, hatte die Nummer auch ihrern Papa gegeben der dann beim anrufen schneller war und einen Termin bekam und ich durfte offiziell nicht mehr kommen...
    Auf jeden Fall hatte da jemand einen Besuch und es wurde scheinbar toeriert- sie hat sich so aufgeregt darüber das sie über den Zaun abgehauen ist.
    Hat auf Anrufe nicht reagiert, hat geschrieben sie geht zu einer Freundin und bleibt dort...

    Ich war Fassungslos zumal sie zu dem Moment wo sie über den Zaun ist a.) beobachtet wurde von einem Pfleger und b.) mein Lebensgefährte am Telefon bei ihr war.
    Hab dann gleich die Klinik angerufen und gefragt wie das sein kann, dass sie da abhaut... die haben die Polizei verständigt.
    Bis sie "gefunden" wurde, war es sehr schwer, wie sie gefunden wurde (welche Tricks dafür nötig waren) schreib ich lieber nicht hier her.
    Auf jeden Fall hat sie dann angerufen und gemeint: bist du jetzt zufrieden? Die Polizei hat mich gefunden.

    Das sie erstmal bis Donnerstag drin ist, war ihr eigener Wunsch, aber sie ändert ihre Meinung alle fünf Minuten und das gehört leider auch zum Krankheitsbild dazu.

    Ich hab gestern auf jeden Fall wortwörtlich Rotz und Wasser geheult, aber nicht nur in dem Moment als sie abgehaut ist, auch morgens schon...
    Es ist schwer... ich hab Angst, am Montag arbeiten zu gehen. Ich weiß nicht, wie ich das machen soll...
  3. hpe_dorninger

    hpe_dorninger Moderatorin Mitarbeiter

    Liebe Melody,
    mein Name ist Birgit Dorninger-Bergner, ich bin Onlineberaterin bei HPE und moderiere mit einer Kollegin auch dieses Forum.
    Ich schreibe Ihnen hier, weil ich den Eindruck habe, dass Sie ganz aktuell unter großem Druck stehen. Dass da ganz viel Sorge und Angst und Unsicherheit da ist - was nachvollziehbar ist anhand dessen, was Sie schreiben.
    Vielleicht wäre es sinnvoll, wenn Sie sich an die KollegInnen der Beratungsstelle der HPE wenden. Sie können uns im Moment zu erweiterten Telefonzeiten von 10-20 Uhr werktags unter 01-5264202 erreichen. Oder Sie können sich auch in der Onlineberatung via Mail oder Chat an uns wenden. Wir beraten Sie gerne.
    Mit lieben Grüßen,
    Birgit Dorninger-Bergner
  4. Melody

    Melody New Member

    Vielleicht werde ich darauf zurück kommen.
    Meine Tochter ist jetzt in der Langzeittherapie und es kommen immer noch neue Sachen dazu die sehr schwer sind und auch Belastend für alle. Nächste Woche habe ich einen Gesprächstermin in der Klinik. Sie machen jetzt auch eine genaue Diagnostik.
  5. Melody

    Melody New Member

    Falls es interessiert... meine Große hat leider Borderline, einen schwere depressive Episode sowie Anststörrungen...